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Das Bedürfnis nach zusammenfassenden Darstellungen der Psychoanalyse, insbesonders ihrer Technik, scheint recht groß zu sein, denn die Zahl der Bücher, die in der letzten Zeit solche versuchten, ist nicht gering. Manche von ihnen sind allerdings von dem, was wir unter „Psychoanalyse“ begreifen, recht weit entfernt. Von diesen unterscheidet sich das Wittels sche Buch vorteilhaft; die in ihm geschilderte Arbeitsweise ist zweifellos Freud schem Denken entwachsen. Und dennoch sind seine Worte in der Einleitung: „Man findet im Folgenden ausführlich dargestellt, wie ich Psychoanalyse betreibe. Weder übernehme ich die Verantwortung für irgend einen anderen Analytiker noch erwarte ich von allen Analytikern die Zustimmung, daß sie es ebenso machen“, sehr nötig. Denn man merkt bei der Lektüre bald, daß auch Wittels in zahlreichen und nicht unerheblichen Momenten von der von Freud angegebenen und in unseren Lehrinstituten vertretenen Technik abweicht, zum Teil weil er auch theoretisch mit den Freud schen Ansichten nicht übereinstimmt.
Das Buch teilt sich inhaltlich in zwei ungleiche Teile. Die ersten vier Kapitel bringen einleitend die allgemeinen Grundlagen der Technik, die restlichen fünfzehn Kapiteln Krankengeschichten. Diese nehmen also den meisten Raum für sich in Anspruch. In ihnen sind wieder Traumdeutungen und Darlegungen über unbewußten Inhalt und Mechanismus der Neurose breit ausgeführt, so daß man, besonders da es sich ausnahmslos um unvollendete Analysen handelt und Endphasen gar nicht beschrieben werden, über die Technik relativ wenig erfährt; keinesfalls könnte, wer die Analyse nicht schon kennt, sie aus diesen Ausführungen erlernen.
Der allgemeine Teil beginnt mit einer Darstellung der „Psychotherapie vor Freud“, die zum größten Teile mit dem Büchlein des Autors „Wunderbare Heilungen“ (Referat: Diese Zeitschrift Bd. XI. S. 494) wörtlich übereinstimmt. Sodann wird die Indikationsstellung besprochen, Psychosen als im allgemeinen für Analyse ungeeignet bezeichnet, ps