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Obzwar ich von Störungen ausgehe, deren leichte Grade auch der Gesunde zeitweise vorübergehend erlebt, von Störungen, die Sie alle selbst mitgemacht haben, glaube ich nicht, daß Sie sich mit den Störungen beschäftigt haben. Denn sie fallen wenig auf, und mich brachte erst ein besonderer Anlaß auf den Weg der Untersuchung, den ich Sie bitte, mit mir zu gehen. Wahrscheinlich werden Sie einen inneren Widerstand dagegen spüren, denn das eigene gesunde und ungestörte Ichgefühl, diese Vorbedingung aller Frohheit, lassen wir alle lieber unbetastet. Aus diesem Widerstande heraus wurde die Beobachtung der Komponenten des Ichs von jenen Autoren ignoriert, welche im Ich nur eine Abstraktion der Unterscheidung von Subjekt und Objekt sehen wollten, und auch von jenen, welche dem Ich eine „homogene Ganzheit“ zuschrieben, so daß für sie die Bezeichnung „Ich“ fast gleichbedeutend die alte Bezeichnung „die Seele“ ersetzte.
Folgerichtig muß die Psychoanalyse diese beiden Auffassungen ablehnen. Die Struktur des Ichs, d. h. die Zerlegung in Instanzen, die Dynamik derselben, ihr Verhältnis zum Triebhaften, zum Unbewußten, auch zum Körperlichen, beschäftigt uns alle. Hier liegt die Probe auf Freuds Theorie vom Narzißmus: Hat die Libido nur das Ich zu bewegen oder baut sie es auf?
Man hätte erwarten können, daß die psychoanalytische Erforschung des Ichs wenn auch nicht von der Selbstbeobachtung der leichten Störungen, so doch von jenen schweren Erkrankungsfällen ausgehen hätte sollen, welche als Depersonalisation und Entfremdung das Interesse der Psychiater lange schon geweckt haben. Bei Janet und Schilder finden Sie eine