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Mit ziemlicher Regelmäßigkeit trat in Intervallen von zwei bis drei Monaten bei einem Patienten ein Traum von der Maturitätsprüfung auf. Der Patient träumte dabei immer von einer schriftlichen Arbeit aus Latein oder Mathematik. Regelmäßig erlebte er im Traum die letzten Minuten vor Schluß der Stunde; er hat noch gar nicht zu übersetzen oder zu rechnen begonnen, es läutet, der Lehrer gibt noch fünf Minuten zu, die Kameraden halten ihm die Hefte zum Abschreiben hin oder bemühen sich, ihm einzusagen, er aber ist unfähig, auch nur die Feder zu führen, Zahlen oder Buchstaben verwirren sich ihm, er verspürt das ganze Qualvolle der Situation des Nichtkónnens oder Nicht-fertigwerdens, um dann mit dem Gefühl großer Genugtuung und Befriedigung darüber, daß die Zeit der Gymnasialstudien längst vorüber sei, zu erwachen. So weit sind ja diese Träume typisch und verdienten keine besondere Erwähnung; theoretisch beachtenswert aber ist ihre Vorgeschichte. In der „Traumdeutung“1 heißt es: „Eine weitere Aufklärung der Prüfungsträume danke ich einer Bemerkung von Seite einet kundigen Kollegen, der einmal in einer wissenschaftlichen Unterhaltung hervorhob, daß seines Wissens der Maturitätstraum nur bei Personen vorkomme, die diese Prüfung bestanden haben, niemals bei solchen, die an ihr gescheitert sind.“
Unsere Träume zeichnen sich nun dadurch aus, daß der Träumer sich niemals einer Maturitätsprüfung unterzogen hat.
Zunächst sollen einige analytische Daten zum Traum mitgeteilt werden. Daß die Prüfung gerade aus Mathematik oder Latein abgelegt werden sollte, erklärte sich leicht. Der Vater des Pat war Professor der Mathematik; der Lateinprofessor war ihm zur Zeit seiner Studien eine deutliche Vaterfigur gewesen.2 Eine Reihe Eigenschaften wie Einseitigkeit, Verbohrtsein in das