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Ein junsg verheirateter Patient erzählt folgenden Traum:
Er sucht die Wohnung eines Freundes, tritt in ein Haus ein und geht eine lange Treppe hinauf. Oben öffnet sich ihm eine Art Loge, wo er bald mit einer Menge Leute an einer Balustrade (wie im Theater) Platz nimmt und hinabblickt. Plötzlich tauchen über ihren Köpfen sehr schlechte Zeichnungen von altgriechischen Kunstwerken auf. Er sagt zu seiner Umgebung etwas verlegen, er verstehe nichts von Kunst, und hat sofort die Empfindung, er sitze auf einem Baume und schwebe in Gefahr, hinabzustürzen. Dabei betrachtet er aber trotz seiner Furcht, hinunterzufallen, immer weiter die Bilder. Plötzlich stürzt er wirklich hinab, und zwar nach hintenüber auf einen Pfahl, der sich ihm tief in den After bohrt.
An allen Gliedern zitternd, in Angstschweiß gebadet wacht er auf, greift mit beiden Händen nach dem After und entfernt einen Zipfel des Lakens von dort.
Der intelligente Patient, der sich in den letzten Tagen sehr eingehend mit Freuds „Traumdeutung“ beschäftigt hatte, verstand sofort selber, daß der Anfang des Traumes (er tritt in ein Haus ein, geht eine Treppe hinauf, tritt in eine Loge ein) eine Koitussymbolik darstellt. Schwieriger war schon die Deutung der Kunstwerke und seiner Worte, er verstehe nichts von Kunst. Doch fällt ihm schließlich ein, er habe seiner Frau am Abend die Episode aus Freuds „Traumdeutung“ (Aufl. VI, 1921, S. 109) vorgelesen, in der Freud jenen Rechtsgelehrten fragt, ob er auch ganz sicher gewesen sei, daß ihm das Kunststück (Coitus interruptus) des Nachts immer gut gelungen wäre. Seine junge Frau machte ihm dazu das etwas zweifelhafte Kompliment, er jedenfalls verstehe seine Kunst so gut, daß ihr schon nicht mehr angst sei, sie würde schwanger werden. Bei dem starken Wunsch seiner Gattin nach einem Kinde, das sie sich wegen ihrer schweren wirtschaftlichen Lage aber noch versagen müssen, glaubte er sicher nicht unberechtigt einen leisen Vorwurf aus ihren Worten entnehmen zu können. So blieb ein star