You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Angenehm wirkt das Handbuch infolge seiner methodischen Verläßlichkeit und dadurch, daß es nichts anderes als eben Physiologie geben will. Der Ausdruck „niedere Sinne“ soll keine Wertangabe streifen und soll nur sozusagen polemischen Sinn haben. „Es gibt weder höhere noch niedere Sinne,“ verkündet Skramlik. Aus dem Inhalt wären hervorzuheben die Würdigung der Rolle der sexuellen Geruchsreize, die skeptische Haltung gegenüber Behauptungen, wie z. B. der, daß Kinder mit sechs Jahren am schärfsten riechen, oder der, daß Schwangere eine Steigerung ihres Geruchsvermögens zutage legen. Es wird eine Übersicht der Literatur über Geruchsträume und Geruchs-halluzinationen gegeben. Der Geruchssinn soll die Fähigkeit zur Lokalisation (z. B. die Empfindung, ob die rechte oder linke Nasenhälfte riecht) vermissen, hingegen sind wir mit Hilfe der Gerüchswahrnehmungen imstande, sowohl eine Riechquelle ausfindig zu machen als auch eine Geruchsspur zu verfolgen. Den Geschmackssinn betreffend sei hervorgehoben, daß die Papillen bei Kindern noch über die ganze Zungenoberfläche verteilt sind und daß offenbar sehr viele von ihnen im Laufe der Entwicklung zugrunde gehen.
Für nicht einwandfrei halte ich die bloße Behauptung, das Kind müsse zum Riechakt angehalten werden, denn, abgesehen davon, daß dieser Erziehung eine Abgewöhnung vorangehen muß, werden die Tatsachen schief gesehen. Auch fehlt eine Auseinandersetzung mit der Fließ sehen Theorie, die durch die Lehre der „rhinogenen Aktionsströme im vegetativen Nervensystem“ (Fröse) noch physiologischer geworden ist.
Hermann (Budapest)