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Die nachstehende Mitteilung erscheint uns aus zweierlei Gründen besonders beachtenswert. Erstens, weil sie eine Affektton betrifft, über die unsere Literatur kein ausreichendes Beobachtungsmaterial aufzuweisen hat, und zweitens, weil der Autor ganz selbständig, ja, geradezu gegen sein eigenes Vorhaben zu Resultaten gelangt, die mit den Auffassungen der Psychoanalyse übereinstimmen.
Ich möchte Ihnen heute einen in mancher Hinsicht recht bemerkenswerten Fall anführen, um Ihnen die Durchführung und die Erfolgsmöglichkeiten der Psychoanalyse praktisch zu zeigen. Es handelt sich um einen Bureauvorsteher in einem großen industriellen Werke. Der Mann ist mittelgroß, muskulös, mit intelligentem, energischem Gesichtsausdruck. Dem Charakter nach ist er absolut wahrheitsliebend und ehrlich, etwas wortkarg, äußerst zäh und energisch, unerschrocken, mit besonders stark ausgeprägtem Ehrgefühl, wie häufig bei Leuten, die, wie er, sich durch eigene Kraft mit der einfachen Volksschulbildung bis zum leitenden Posten eines Bureaus mit zirka 30 Untergebenen heraufgearbeitet haben. Sexuell wenig betont, ein introvertierter Typ nach Jung, ausgesprochener Verstandsmensch, kurz vor dem Kriege verheiratet und in harmonischer Ehe lebend. Den Krieg hat er als Unteroffizier bei einem Art.-Regt. von Anfang an, immer an der Front, mitgemacht; wegen seiner unerschütterlichen Ruhe, Unerschrockenheit und Kaltblütigkeit wurde er stets an den gefährlichsten Stellen eingesetzt; seine Kriegserlebnisse sind daher eine fortlaufende Kette der ungeheuerlichsten seelischen Erschütterungen. Herbst 1917 kam er, nachdem er vier Wochen ohne Ablösung eine vorgeschobene Geschützstellung vor Verdun bedient hatte, total zusammengebrochen, in ein Feldlazarett mit folgenden Symptomen: spastische Lähmung beider Beine und des rechten Armes, Sprachunfähigkeit infolge einer Verkrampfung der Zunge, die bei jedem Sprachversuch gegen den Gaumen und