You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die „Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft“ hat den Verlust eines ihrer Mitglieder zu beklagen, Dr. med. Walter Cohn, der am 8. Dezember 1927, erst sechsunddreißig Jahre alt, einer tückischen Krankheit — Magen-Karzinom — erlegen ist. Seine leider allzufrüh unterbrochene Laufbahn hatte ihn geradlinig zur Psychoanalyse geführt. In Wismar, Mecklenburg, geboren und aufgewachsen, wandte er sich nach Absolvierung des Gymnasiums in Güstrow dem Studium der Medizin zu; nach Besuch der Universitäten Marburg, Berlin, Heidelberg, Rostock und Leipzig bestand er das Staatsexamen in Leipzig im Jahre 1916, wo er auch im folgenden Jahre die Approbation erwarb. Das Doktordiplom erhielt er im Jahre 1919 von der Universität Rostock auf Grund seiner Arbeit „Über gehäufte kleine Anfälle bei Kindern“ (erschienen Berlin, 1919, im Verlag von S. Karger). In den Jahren 1916 bis 1918 war er als Unterarzt und Assistenzarzt im deutschen Heere tätig, erst in Rumänien und dann im Elsaß. Vom 1. April 1919 an wirkte er die vorschriftsmäßige Maximalzeit von drei Jahren als Assistenzarzt am Bürgerhospital in Stuttgart, wo er sich ebenso wie in der vorausgehenden Militärzeit durch seinen Fleiß und durch sein selbstloses Wesen das Vertrauen und die Anerkennung seiner Vorgesetzten in hohem Maße gewann.
Im Jahre 1922 ließ er sich in Berlin nieder und begann die systematische Ausbildung als Analytiker, der er sich mit außerordentlichem Eifer widmete. Seine Eignung und seine Hingabe an die Arbeit führten zu seiner Bestellung als selbständiger Assistenzarzt der Poliklinik; bald darauf wurde er zum außerordentlichen und im Januar 1927 zum ordentlichen Mitglied der „Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft“ gewählt. Außer einer Reihe neurologischer Arbeiten hat er mehrere zusammenfassende Darstellungen psychoanalytischer Probleme und eine größere Anzahl von Referaten verfaßt, die sich sämtlich durch die besonders gründliche Durchdringung des Stoffes und die große Klarheit des Denkens auszeichnen.
Als einziger