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Maeder sucht mit seinem Referate, das er vor der dritten Fachkonferenz für Ärzte und Theologen (2.—4. Oktober 1926 in Berlin Spandau) hielt, dem „Amoralismus Freuds entgegenzusteuern. Maeder ist einer jener typischen Fälle, dem es in der Tiefe unheimlich wurde und der den frühzeitigen „Auftrieb erlitt“. Vervollkommnung, Synthese, Religion sind die Parolen. Die Synthese wird aber nicht vom Arzt durchgeführt. Für Maeder ist der „Wiederaufbau ein spontaner, selbsttätiger Prozeß, der am Patienten geschieht. Er ist der Ausdruck der schöpferischen Kräfte des Lebens selbst“. Mit diesen Sätzen dokumentiert zwar Maeder, daß er eigentlich Analytiker von reinstem Freudschem Schlage geblieben ist, und man fragt sich, — wie oft schon, — wozu das große Lamento um die Synthese erhoben wird.
Graber (Bern)