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Die Arbeit versucht nachzuweisen, daß die Tatsachen des Masochismus die Annahme eines Todestriebes nicht notwendig machen. Man kann die Annahme konsequent durchführen, daß der Masochist niemals Unlust und Selbstzerstörung um ihrer selbst willen sucht, sondern stets um eines Zieles willen, das selbst lustvoll ist.
Die selteneren Fälle, bei denen das Schuldgefühl keine besondere Rolle spielt, beruhen darauf, daß alle Erregungen, also auch schmerzhafte und ängstliche, Anlaß zu lustvoller Sexualerregung werden können (Freud). Daß solche Masochisten die Unlust nur als Mittel zur Lust suchen, geht u. a. daraus hervor, daß bei ihren Veranstaltungen die Unlust immer den Charakter des Unernsten tragen muß; so bleibt oft bei Menschen, die bei höchsten Qualphantasien zum Orgasmus kommen, die Befriedigung aus, wenn sie die Quälereien in der Realität erdulden müssen. Bei der masochisti sehen Befriedigung ist auch die neben der Lust restierende Unlust qualitativ verändert. Warum beim Masochisten durch Unlustsensationen erzeugte Sexuallust jeder anderen Sexuallust vorgezogen wird, ob da konstitutionelle Faktoren oder frühkindliche Erlebnisse den Ausschlag geben, ist eine Frage für sich.
In den meisten Fällen von Masochismus ist aber das Schuldgefühl wesentlich beteiligt. Wenn von der Verdrängung des Ödipuskomplexes alle Sexualwünsche überhaupt mitbetroffen wurden, so daß jede Sexualerregung von lebhaften Schuldgefühlen begleitet ist, so ist es begreiflich, warum Sexualbefriedigung nur auf der Basis von Unlust empfunden werden kann. Diese Unlust beruhigt als Selbstbestrafung die Strenge des Über-Ichs. Ebenso wie der „moralische Masochismus“ Folge des Ödipuskomplexes und seiner Erledigung durch Errichtung des Über-Ichs ist, ist auch der „erogene“ und der „feminine“ Masochismus schon in „Ein Kind wird geschlagen“ als Folge des Ödipuskomplexes nachgewiesen worden. Geschlagenwerden ist Sexualbefriedigung und Strafbefriedigung zugleich. Nichts widerspricht da dem Lustprinzip. Und wenn kli