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Meine Damen und Herren!
Wenn Sie auf diesem Kongreß gleich drei Vorträge über Kinderanalyse zu hören bekommen, anstatt, wie bisher üblich, nur einen, so ist das nur ein Anzeichen dafür, wieviel Raum dieses Thema im Laufe der letzten Jahre innerhalb der Internationalen Vereinigung für sich gewonnen hat. Ich meine, die Kinderanalyse erwirbt sich dieses gesteigerte Interesse durch drei Leistungen. Sie bringt willkommene Bestätigungen für die Vorstellungen über das Seelenleben des Kindes, die sich die psychoanalytische Theorie im Laufe der Jahre rückschließend aus den Analysen an Erwachsenen gebildet hat; sie liefert — wie der Vortrag von Frau Klein es eben demonstriert hat — neue Aufschlüsse, Ergänzungen zu diesen Vorstellungen aus der direkten Beobachtung; und sie bildet schließlich die Überleitung zu einem Anwendungsgebiet, das, wie viele behaupten, in der Zukunft zu einem der wichtigsten für die Psychoanalyse werden soll: zur Pädagogik.
Auf dieses dreifache Verdienst gestützt, nimmt sich die Kinderanalyse aber auch allerlei Freiheiten und Selbständigkeiten heraus. Sie verlangt nach einer neuen Technik. Diese Forderung wird ihr gerne zugestanden; auch der Konservativste ist bereit einzusehen, daß ein geändertes Objekt geänderte Angriffsmethoden verlangt. So entsteht die Spieltechnik Melanie Kleins für die Frühanalyse, später die von mir vertretenen Vorschläge zur Analyse der Latenzperiode. Aber manche Vertreter der Kinderanalyse —