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Bemühungen, die Technik, die ich in meinen Psychoanalysen anzuwenden pflege, auch anderen zugänglich zu machen, brachten mich wiederholt auf das Thema des psychologischen Verständnisses überhaupt. Wäre es wirklich wahr, was von so vielen behauptet wird, daß das Verständnis für die Vorgänge im Seelenleben eines Dritten von einer besonderen Fähigkeit abhängt, die man Menschenkenntnis nennt, die aber als solche unerklärlich, daher unübertragbar sei, so wäre jede Bemühung, etwas von dieser Technik anderen zu lehren, von vornherein aussichtslos. Zum Glück ist es anders. Seit der Publikation von Freuds Ratschlägen zur psychoanalytischen Technik besitzen wir die ersten Ansätze einer methodischen Seelenuntersuchung, Jeder, der die Mühe nicht scheut, den Weisungen des Meisters zu folgen, wird, auch wenn er kein psychologisches Genie ist, bis zu ungeahnten Tiefen eines fremden, ob gesunden oder kranken Seelenlebens eindringen können. Die Analyse der Fehlhandlungen des Alltagslebens, der Träume, besonders aber der freien Assoziationen, wird ihn in den Stand setzen, so manches von seinen Nebenmenschen zu erfahren, dessen Erfassen vorher vielleicht nur Ausnahmsmenschen möglich war. Die Vorliebe der Menschen für das Wunderbare wird diese Umwandlung der Kunst der Menschenkenntnis in eine Art Handwerk mit Mißvergnügen verfolgen. Insbesondere Künstler und Schriftsteller scheinen dies als eine Art Eingriff in ihre Domäne zu betrachten und pflegen die Psychoanalyse nach anfänglichem Interesse als eine sie wenig reizende mechanische Arbeitsweise weit von sich zu weisen. Diese Antipathie nimmt uns kaum wunder; die Wissenschaft ist ja eine fortschreitende Desillusionierung, sie setzt an Stelle des Mystischen und Sonderbaren Erklärungen, immer und überall dieselben unabwendbaren Gesetzmäßigkeiten, die in ihrer Einförmigkeit