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Ich möchte heute von einem unter schweren Arbeitshemmungen leidenden Zwangsneurotiker berichten, dessen Analyse nach knapp einjähriger Dauer aus äußeren Gründen abgebrochen werden mußte, und es ist fraglich, ob er in der Lage sein wird, sie wieder aufzunehmen.
Der Pat., ein im Beginn der Behandlung 24jähriger junger Mann, ist Ausländer; seine Familie lebt in einem ferneren Land, während er selbst in den letzten drei Jahren sich studienhalber in Berlin aufhielt. Er besuchte eine Fachschule, um nach Beendigung des Studiums die geschäftliche Laufbahn einzuschlagen.
Die Poliklinik suchte er wegen einer schweren Arbeitshemmung auf, die ihn unfähig machte, seine Studien zum Abschluß zu bringen. Er hatte es im Laufe der drei Jahre nicht weiter als bis zu einem kleinen Vorexamen gebracht und konnte sich nicht zum Schlußexamen entschließen. Er selbst führte die Arbeitshemmung auf Kopfschmerzen und Zwangsgrübeleien zurück, die ihn hinderten, den Vorlesungen zu folgen oder ein Buch durchzuarbeiten. Diese Grübeleien setzten sich aus drei Hauptfaktoren zusammen: Minderwertigkeitsgefühle, Selbstvorwürfe und Zweifel. Pat. stand weitgehend unter dem Eindruck seiner vermeintlichen Minderwertigkeit, die sich nach seiner Angabe auf körperliches und geistiges Gebiet erstreckte. Er sei dumm, beschränkt, nicht viel anders als ein Idiot. Körperlich sei er schwächlich, ungeschickt, müsse doch auf jeden Fall den Anderen, Stärkeren unterliegen. Diese Minderwertigkeitsgefühle wurden vom Pat. in hypochondrischer Weise verarbeitet. Um sich in der Analyse und auch mir zu beweisen, wie wenig leistungsfähig er sei, achtete er mit größter Sorgfalt auf die geringsten körperlichen Beschwerden. So hatte er sich z. B. eine leichte Fußverletzung zugezogen, derentwegen er sich in orthopädische Behandlung begab. An bestimmten Stellen der Analyse, bei deutlicher hervortretenden realen Schwierigkeiten, kam er nun immer wieder auf den Unfall zu sprechen,