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Der vorliegende II. Band der offiziellen Zeitschrift der „Vereinigung unabhängiger ärztlicher Analytiker“ enthält eine große Anzahl von Originalarbeiten und Mitteilungen und am Schluß eine Darstellung der „Geschichte der psychoanalytischen Bewegung“ von Wilhelm Stekel. Die Besprechung muß sich auf einige Originalarbeiten und Mitteilungen beschränken.
Stekel ist mit drei Originalarbeiten vertreten:
Übertragung, Annullierung und Verdrängung,
Zur Psychologie der Schinerzphänomene, insbesondere des Kopfschmerzes,
Der Abbau des Inzestkomplexes.
Der erste Aufsatz beginnt mit einer Untersuchung der Übertragung, die „das große, bisher ungelöste Rätsel der Psychoanalyse“ sei. Die Übertragung, die für uns nach Freud das vielleicht bestverstandene Phänomen ist, nämlich ein Übertragen infantiler, bestimmten Objekten der Kindheit geltenden Haltungen, sowohl Liebe als Haß (positive und negative Übertragung), ist für St. bloß „das merkwürdige Phänomen, daß sich jeder Analysierte mit absoluter Gesetzmäßigkeit in den Analytiker verliebt“ (S. 1); also für den Autor gilt nur die positive Übertragung und, was wesentlicher ist, das eigentliche an der Übertragung, daß sie nämlich eine „übertragene“ Liebe oder einen übertragenen Haß darstellt, wird im ganzen Aufsatz nicht erwähnt. „Der größte Fortschritt in der Frage der Übertragung ist die Erkenntnis, daß wir alle gewissen Ur-Reaktionen unterworfen sind, die sich bewußt nicht äußern dürfen, da sie von der Kultur… verpönt werden. Eine solche Ur-Reaktion ist der Wunsch, dem Nächsten an das Genitale zu greifen, ihn sich nackt vorzustellen, der Wunsch, sich von ihm sexuelle Lust verschaffen zu lassen“ (S. 1/2).
Der größte Fortschritt in der Frage der Übertragung war also nicht die Entdeckung ihres zwanghaften Wiederholungscharakters, sondern die banale Selbstverständlichkeit, daß jede Verliebtheit auch ein sinnliches Substrat hat. Denn unter den Ur-Reaktionen ist natürlich nichts anderes zu verstehen als die körperlich-sinnliche Seite des Sexualwu