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Es ist kein Zweifel, daß zwischen Seelenleben und Art, Rhythmus und Tiefe der Atemtätigkeit innige und komplizierte Beziehungen bestehen, deren „lustphysiologische“ Untersuchung leider noch vollkommen aussteht; es ist auch kein Zweifel, daß dadurch, daß der Atem die einzige vegetative Funktion ist, die im wesentlichen von quergestreifter Muskulatur geleistet wird, das bewußte Ich hier eine Stelle hat, an der es in das vegetative Leben des Organismus aktiv eingreifen kann. Wenn aber die Konstatierung dieser Tatbestände den Autor zu Konsequenzen führt, wie daß bei allen Menschen, die von „Güte, Hingabe, Opfersinn“ „weit, weit weggekommen sind“, „der erste Ursprung dieser Schwäche“ in ihrer „verminderten Atmung“ liegt (S. 8), oder daß die „Einseitigkeit und Abgetrenntheit aller scharfen Denker unserer Zeit, … kurz all ihre Hemmungen und Hälftigkeiten“ „aus der Zerrung ihres Atems“ „geboren sind“ (S. 16), und das Büchlein mit den in Sperrdruck gesetzten Imperativen endet: „Tief atmen! Frei atmen! Bewußt atmen!“, so kann solche Übertreibung dem Psychoanalytiker nur Gegenstand seiner wissenschaftlichen Forschung, nicht seiner objektiven Kritik sein.
Fenichel (Berlin)