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Das Buch ist eine nicht besonders glückliche Erweiterung und Neuauflage einer früheren Schrift des Verf.: „Heilung und Entwicklung im Seelenleben“ (1918), deshalb nicht glücklich, weil Ergänzungen aus weit auseinanderliegenden Zeitpunkten gemacht wurden. Die Arbeit entbehrt deshalb der Einheitlichkeit.
Verf. betont in seinen neueren Einflechtungen vor allem seine Sonderung von der PsA. in seinen Auffassungen über den Richtungssinn in der Psyche, seine besondere Stellung zum Gewissen, zur Religion. Dagegen druckt er als dritten und letzten Teil des Buches (also gleichsam als Krönung!) einen Aufsatz aus den früheren „Berner Seminarblättern“ ab, der aus dem Jahre 1912 datiert, und in dem er noch von „wir in unserer psychoanalytischen Sprache“ spricht. Der Aufsatz zeigt eine andere Einstellung zur PsA. Er wirkt wie ein Zurückgreifen auf eine Zeit, da man noch Freudianer war (1911).
Heute wirft Maeder Freud ebenfalls die „Übertreibung“ des Pansexualismus vor. „Die Existenz einer höheren Instanz in der Tiefe der Seele“ zwingt ihn ferner zur Anerkennung eines unbewußten Richtungssinnes und zum religiösen Bekenntnis. Er sieht in Worten Christi die „ideale Definition der ärztlichen Tätigkeit“, sieht das „Höchste“ und „Letzte“ nicht in der Wissenschaft, sondern in der Religion, betrachtet die Krankheit also „nicht unter dem einseitigen Gesichtspunkt ihrer äußeren Verursachung, … sondern noch unter demjenigen der Bezogenheit … auf den göttlichen Ursprung“. Wie seltsam (aber auch wie deplaciert) mutet folgendes Bekenntnis an: „Ich persönlich glaube, daß das Urbild (des Menschen) unmittelbar aus der Schöpferhand Gottes, aus einem schöpferischen Akte hervorgegangen ist und dem empirischen Menschen als vitaler Impuls und Leitbild dient.“ Wie tief doch auch moderne und intelligente Menschen noch in der Illusion verankert sind! Und warum? Der Gottesbegriff ist eine gute Stütze der teleologischen Denkweise, des vielgepriesenen Verantwortlichkeitsgefühls, der inneren Norm usw. Und warum