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Ein Problemgebiet soll experimentell erforscht werden, schon aus Alltagserlebnissen gut bekannt: das Umklappen aus einer teilnehmenden, interessierten Einstellung in eine gleichgültige, das „Genugbekommen“ von Dingen, die früher erwünscht und begehrt waren. Wenn man dieses Problem der „psychischen Sättigung experimentell erforschen will, so ist es nicht zu erwarten, daß die Naturtreue solcher Erlebnisse im Laboratorium erreicht werden könnte. Doch, wie Lewin richtig erkannt hat, gilt es, Vorgänge herzustellen, die denen des Lebens dynamisch äquivalent sind. Die Versuche sind so eingerichtet, daß die Versuchsperson einfache Handlungen solange wiederholen muß, bis sie, trotz guten Willens, nicht weiter kann und den Versuch abbricht. Im Laufe der Versuche treten typische Erscheinungen auf, die die Phasen und das Fortschreiten der Sättigung anzeigen, so die Tendenz zur Variation der Aufgabe, Fehlleistungen als Zeichen des Widerstandes, Affektausbrüche, schließlich das Sinnloswerden der Situation.
Was ist nun die Ursache der Sättigung? Die Wiederholung kann es nicht sein, denn es lassen sich Versuchssituationen herstellen, wo trotz forciertester Wiederholung die Sättigung nicht eintritt. Auch die rein muskuläre Ermüdung kann nicht zur Erklärung herangezogen werden; genügt doch, die Aufgabe in eine neue „Einbettung“ zu stellen und schon schwinden Müdigkeit und Widerstände. Die Erklärung wird anderswo gesucht. Die Ausführung der Arbeit der Versuchsperson fließt aus gewissen „Quasibedürfnissen“, bzw. echten Bedürfnissen. Es braucht nicht die oft recht gleichgültige Aufgabe selbst zu sein, die einen positiven „Aufforderungscharakter“ hat, sondern die Versuchssituation schafft eine Spannung, die durch die Übernahme der Instruktion entsteht und dann nach Ausgleich tendiert. Wenn diese durch die Spannung, durch das Quasibedürfnis gesetzte Energiequelle erschöpft ist, dann bedarf es einer stetigen Anstrengung, um die Arbeit, der kein psychischer Motor zur Verfügung steht, fortzus