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Die außerordentliche Inhaltsfülle dieses Buches, das nicht nur eine Reihe der bedeutendsten Probleme der Psychoanalyse ausführlich bespricht, sondern zugleich auf beinahe alle Fragen im Kreise der psychoanalytischen Forschungen, wenn auch nur im Vorbeigehen, ein neues Licht wirft, wird zu einer besonderen Schwierigkeit für ein Referat. Dem Berichterstatter bleibt angesichts dieses Reichtums kaum eine andere Möglichkeit als die einer Auswahl, die dann naturgemäß eines Einschlags subjektiver Interessen nicht völlig entraten kann. Vielleicht wird diese Gefahr am ehesten, wenn nicht gemieden, so doch beschränkt, wenn sich die Darstellung nach den führenden Problemlinien des Werkes orientiert.
Freud beginnt mit der Frage nach dem Unterschied von Hemmung und Symptom. Beide Begriffe haben offenbar ein gemeinsames Gebiet; es gibt Hemmungen, die Symptome sind, und Symptome, die wesentlich aus Hemmungen bestehen; sie decken sich also im allgemeinen Falle nicht. Was sind nun Hemmungen? Freud bespricht die verschiedenen Möglichkeiten der Hemmungen und kommt nach einer Übersicht über die Ergebnisse der analytischen Empirie zur Unterscheidung von drei Mechanismen. In einer Gruppe von Fällen erscheint eine Tätigkeit gehemmt, um des Sinnes willen, den sie annimmt; wenn eine Tätigkeit sexualisiert wird, d. i. für den Handelnden einen sexuellen Sinn gewinnt, bzw. wenn dieser Sinn, der ja auch sonst vorhanden sein mag, übermäßig vordringlich wird, unterliegt die Tätigkeit selbst der Abwehr, die ihrer sexuellen Bedeutung gilt.
In einer zweiten Gruppe ist nicht der Sinn der Tätigkeit verantwortlich für ihre Hemmung, sondern die Möglichkeit, durch sie zu Erfolgen in der Realität zu kommen; der unter der Macht des Strafbedürfnisses stehende Mensch muß sich ein Tun versagen, das die Welt oder das Schicksal mit Erfolg belohnen würde. Schließlich und letztlich mag die Hemmung einer Tätigkeit, fern von ihrer Bedeutung und von ihren möglichen Ergebnissen, in einer allgemeinen Ichverarmung begrün