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Man findet nicht selten im Verlauf von paranoischen oder paranoid-schizophrenen Erkrankungen Ideen, die sich mit dem Tod oder Sterben bestimmter, meist nahestehender Personen oder auch der eigenen Person beschäftigen. Der folgende Beitrag stellt einen Versuch dar, die psychologische Bedeutung bestimmter solcher Todesideen, die sich besonders gut beobachten ließen. zu erfassen.
Was wir hier behandeln wollen, sind jene ohne jeden äußeren Anlaß, aus inneren Motiven im Verlauf der Krankheit spontan produzierten Wahnideen, die das „Sterben“ in Wirklichkeit noch lebender Personen zum Inhalte haben oder aber das Weiterleben faktisch schon gestorbener Personen behaupten. Wir beschränken uns deshalb auf spontan ohne jeden Anlaß oder Entgegenkommen von außen entstandene Wahnideen, weil sie gegenüber den wahnhaften Umdeutungen, Wahnwahrnehmungen u. dgl. den einfacheren Sachverhalt darstellen — eine Beschränkung, die eben deshalb ohne weiteres gerechtfertigt erscheint.
Welche Bedeutung kommt nun diesen Ideen zu? Halten wir uns an den manifesten Inhalt der Angaben der Kranken, so hören wir, daß etwa die eine oder die andere Person sterben mußte, weil sie ihre verdiente Strafe erlitt für die dem sich verfolgt wähnenden Kranken zugefügte Unbill. Oder aber, daß die Feinde des Kranken die falsche Nachricht von dem Tode des einen oder des anderen verbreitet hätten, um irgend etwas zu erreichen, dem Patienten zu schaden usw. Oder wieder, daß Freunde und Verwandte des Patienten den Nachstellungen der mächtigen Verfolger zum Opfer fielen, weil sie es mit ihm, dem Verfolgten, hielten, oder einfach, weil sie eben mit ihm verwandt waren und weil der Kranke dadurch getroffen werden sollte. Und dergleichen Ideen mehr.