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Die Beziehungen zwischen Psychoanalyse und Zahnheilkunde sind noch ganz ungeklärt. Seit längerer Zeit bemühe ich mich, die Erkenntnisse Freuds auf unser Gebiet anzuwenden.
Im folgenden Falle gibt die psychoanalytische Auffassung die Erklärung eines scheinbaren Versagens zahnärztlicher Kunst auf prothetischem Gebiete.
Der betreffende Patient, ein älterer Regierungsbeamter, ist von der Art, wie wir sie uns bei Patienten wünschen: immer freundlich und liebenswürdig, nicht empfindlich und stets dankbar. Ich mußte ihm vor einiger Zeit alle lockeren Zähne des Oberkiefers entfernen und nach angemessener Frist eine totale Prothese anfertigen. Doch wer beschreibt mein und des Patienten Erstaunen, als das Ersatzstück überhaupt nicht zum Ansaugen zu bringen ist. Selbst der eingebaute Gummisauger, der an jeder Glasplatte festhaftet, versagt vollkommen. Da mir dergleichen Erscheinungen schon aus anderen Fällen bekannt sind, vertröste ich den Patienten mit den üblichen Worten. Es kommt nämlich öfters vor, daß in den Fällen, in denen Patienten zum erstenmal eine ganze Prothese eingesetzt erhalten, erst eine gewisse Gewöhnung des Gaumens an die Platte eintreten muß. Doch der Mann kommt noch zweimal wieder, ohne daß nur eine Spur einer Änderung eingetreten wäre. Da ich ein paar ziemlich tief am Alveolarkamm ansetzende Schleimhautfalten, die zur Wange führen, beschuldige, das Gebiß zum Abfallen zu bringen, fertige ich unter Beachtung aller Vorsichtsmaßregeln ein neues Gebiß an. Doch ist der Mißerfolg der gleiche. Der Patient wird sehr ungeduldig und nervös, beklagt sich, daß er nicht mehr richtig essen könne und ernsthafte Magenbeschwerden bekäme — übrigens genau so wie seine Frau, die wegen eines Magengeschwüres in einer Klinik sei.
Hätte ich nun daran gedacht, daß hier vielleicht ein psychogener Faktor eine gewisse Rolle spielen könnte, so würde ich mir viel Kopfzerbrechen und dem Patienten manchen Ärger erspart haben. So aber blieb mir nichts weiter übrig, als dem Patienten zu verste