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Es besteht kein Zweifel, daß der Rorschach sche Formdeutungsversuch wegen seiner beträchtlichen Differenzierungsfähigkeit eine der reizvollsten psychologischen Untersuchungsmethoden darstellt. Trotzdem hat er ein eigenartiges Schicksal. Er hat sich nirgends eingebürgert und wird immer wieder von neuem entdeckt. Enke entdeckt ihn für die Psychotherapie.
Über den referierenden Teil seines Vortrages ist zu sagen, daß er kurz und gut die Rorschach sche Methode darstellt. Für denjenigen, der den Versuch nicht kennt, sei kurz erwähnt, daß sein Endziel darin besteht, die augenblickliche psychische Struktur der Versuchsperson festzuhalten. Dieses ist dem geübten Experimentator ohne Zweifel möglich.
Enke glaubt nun, den Formdeutungsversuch als psychotherapeutisches Mittel empfehlen zu sollen. Sein Gedankengang ist etwa folgender: Während die Medizin zweizeitig zur Heilung gelangt, indem sie durch die Diagnose zur richtigen Therapie geführt wird, ist die Mitteilung der diagnostischen Erkenntnis in der Neurosentherapie selbst therapeutisches Mittel: Auf die Erkenntnis schwindet das Symptom. „Das Jung sche Assoziationsexperiment gibt aber über die Persönlichkeit selbst nur wenig Aufschluß. Seine Resultate sind gewissermaßen nur Hinweise für unser weiteres analysierendes Vorgehen. Die Freud sche Traumanalyse dagegen führt uns tief in die Erlebnisweise und Persönlichkeitsstruktur unseres Patienten ein, sie bedarf aber … vieler Geduld und vieler Zeit, sowohl seitens des Arztes wie des Patienten.“ Die Rorschach sehe Methode dürfte, wie der Verfasser meint, „nach ihrer Beschaffenheit und ihrer Bedeutung für die Psychotherapie sozusagen in die Mitte zwischen Jung sches Assoziationsexperiment und Freud sche Traumanalyse gestellt werden“ und infolgedessen für den Praktiker mehr leisten wie diese.
Wieder verkennt hier ein Psychologe, der sich um die Erfassung psychoanalytischer Erkenntnisse bemüht, in verhängnisvoller, aber typischer Weise