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Anfang Mai dieses Jahres starb Doktor Emanuel af Geijerstam in Göteborg, mitten in seiner Tätigkeit, in einem Alter von 60 Jahren. Mit ihm hat Schweden einen seiner besten Psychotherapeuten verloren.
Geijerstam, früher als guter Hypnotiseur bekannt, war seit 1911/1912 als Analytiker tätig. Er hat über psychoanalytische Fragen mehrere Arbeiten veröffentlicht. In gewissem Sinne hat er sich zwar stets als einen Gegner der Psychoanalyse betrachtet, wie ich aber aus seinen Briefen an mich weiß, fand er die Unterschiede zwischen seinen Anschauungen und denen der Psychoanalyse immer geringer, besonders nach der Publizierung der letzten Arbeiten Freuds; er suchte während der letzten Zeit Beziehungen mit Psychoanalytikern anzuknüpfen. Da er ein edler, begabter Mensch und ein gewissenhafter, gründlicher Therapeut war, der sich nie mit oberflächlichen, kurzen Analysen begnügte, wäre dies gewiß ein Gewinn auch für die Psychoanalyse gewesen. Trotz seiner Kritik empfahl er stets das Studium der Schriften Freuds und hat so viel zu ihrer Verbreitung in Schweden beigetragen.
Von Geijerstams Schriften erwähne ich folgende: Über die Psychoanalyse der Züricher Schule (Zeitschrift für Psychotherapie ), Nagra ord om den anagoga psychoanalysen [Einige Worte über die anagoge Psychoanalyse] (Svenska läkaretidningen ), Nagra ord om den religiösa känslan och narcissmen fran psychoanalytisk synpunkt [Einige Worte über das religiöse Gefühl und den Narzißmus vom psychoanalytischen Standpunkte] (Hygiea ), Anförvandternas roll i den psychoanalytiska kuren [Die Rolle der Verwandten in der psychoanalytischen Kur] (Svenska läkaretidningen ). Einiges über das religiöse Gefühl und den Narzißmus vom psychosynthetischen Standpunkte (Fortschritte der Sexualwissenschaft und Psychoanalyse, I. Band).
Alfhild Tamm