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Seit wir es in der Hand haben, das Licht psychoanalytischer Erkenntnis auf das weite Gebiet der Schizophrenie anzuwenden, sehen wir immer wieder, welche unschätzbare Quelle von Tatsachen, Befunden und Zusammenhängen sich uns in dieser Psychose offenbart. Sowohl der Aufbau des Ichs wie die primitivsten Positionen der Libido können hier in einer unvergleichlichen Reinheit gesehen und studiert werden. Insbesondere zeigt es sich, daß die bei der Gestaltung der typischen psychotischen Gebilde, wie z. B. der paranoiden Ideen, wirksamen Mechanismen durch die in jedem Falle verschieden betonten Partialtriebe eine besondere Prägung erhalten.
Trotzdem ist es nicht häufig, daß bei einem Kranken nur ein einziger Partialtrieb gleichsam herauspräpariert erscheint und das ganze Bild beherrscht. Es dürfte darum von Interesse sein, den folgenden Fall, wo die Verfolgung einen ausschließlich oralen Charakter annimmt, eingehend zu schildern.1 Es wird sich zeigen, welch komplizierte Mechanismen im Bereiche der oralen Stufe vor sich gehen können, wie man geradezu nicht nur von oraler Identifizierung, sondern von oraler Projektion sprechen kann. Im Anschluß an die Erörterung unseres Falles sollen dann einige Bemerkungen über sonstige Bedeutung dieser oralen, in das Gesamtgefüge mancher Neurosen eingebetteten Mechanismen eingeflochten werden.
Der Patient, ein 35jähriger Arbeiter, klagt ausschließlich über mannigfache Verfolgungen, denen er von allen Seiten ausgesetzt ist. Alle diese Verfolgungen sind im Grunde genommen einander sehr ähnlich. Wir wollen versuchen, die Klagen des Patienten in einer gewissen Ordnung darzustellen.
Die Passanten „ziehen“ seinen Kopf zusammen, sie saugen daran und dadurch trocknet der Kopf aus, eitert wie eine Wunde. Die Leute verderben ihm den Kopf, da sie Hunger haben. Zieht ihm jemand den Kopf zusammen, dann spürt er dies im Munde (dabei macht er eine Saugbewegung), ebenso wird er geschwächt und trocknet aus in den Händen, man rafft ihm den Muskel zusammen. Ein