You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die illustrierte Beilage des „ABC“ vom 28. Oktober 1928 bringt über einen Madrider Vortrag von Dr. S. Ferenczi folgenden Bericht:
„Der ungarische Gelehrte, Psychiater und Neurologe Dr. Sándor Ferenczi, der treueste und zugleich originellste Schüler Sigmund Freuds, hat gestern abend in der Residencia de Estudiantes (Sociedad de Cursos y Conferencias) einen interessanten Vortrag gehalten über das Thema ‘Einführung in die psychoanalytische Technik und Charakteranalyse’.
Der Schöpfer der ‘Genitaltheorie’ erfreut sich eines wohlverdienten internationalen Rufes. Seine Werke sind in viele Sprachen übersetzt und seine Vorträge in den Vereinigten Staaten waren sehr gut besucht. Auch bei seinem gestrigen Vortrag war ein ausgewähltes Publikum von Intellektuellen und Damen der Aristokratie anwesend. Unter anderen sah man die Herren Dr. Marañon y Pittaluga, Salaverria, Luzuriaga, Vásquez Diaz usw.
Wir haben an dieser Stelle nicht genügend Raum, um in noch so knapper Weise die interessanten Themen zu erklären, die der ungarische Gelehrte behandelte. Wir können hier nur sagen, daß er mit Autorität, Klarheit und Feinheit darüber sprach, wie man die Analyse erlernt, was nicht nur für Ärzte wichtig ist, sondern für alle diejenigen, die sich mit der menschlichen Seele beschäftigen, und darüber, wie die Psychoanalyse, indem sie dem Analysierten die Zusammensetzung seiner Persönlichkeit aufdeckt, diesem die Möglichkeit gibt, sich vollkommener der Wirklichkeit anzupassen. Der Vortrag des Gelehrten fand großen Beifall.“