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Nur ungern entschließe ich mich dazu, den von Ihnen geäußerten Ansichten zu widersprechen, da wir uns ja in allen Grundfragen der analytischen Theorie und Praxis einig wissen. Erlauben Sie mir, etwas weiter auszuholen.
Die Gefahren, die der Analyse drohen, sind, soweit ich sehe, von zweifacher Art: daß sie als therapeutische Methode im Anhang der klinischen Lehrbücher abgehandelt werde oder daß sie als Weltanschauung in seichter Umprägung feuilletonischer Philosophen oder philosophischer Feuilletonisten erscheine. (Bitte, entscheiden Sie selbst, in welche der beiden Kategorien Sie Herrn Prinzhorn und dessen „zweite Brechung der Psychoanalyse nach den Lebensansichten“ rechnen wollen.) Eine Tendenz in der Richtung dieser ersten Gefahr sehe ich in jenem Teile der analytischen Werke, die hauptsächlich physiologische und neurologische Theorien, viele biologische Gesichtspunkte und sogar einige psychologische Bemerkungen enthalten. Die Fortsetzung des Weges nach beiden entgegengesetzten Richtungen — Einschränkung und Verflachung — würde zum Ende der Psychoanalyse, wie wir sie verstehen, führen. Der Weiterbestand und die Vertiefung der Psychoanalyse kann gegen diese Gefährdungen nur geschützt werden, wenn man ihren Charakter als psychologische Wissenschaft in den Vordergrund rückt. Die Überbetonung der therapeutischen Seite führt mit gesetzmäßiger Notwendigkeit zu ungerechtfertigten Einschränkungen der Bedeutung der Psychoanalyse und in ihren weiteren Folgen zum Aufgeben ihrer tiefsten wissenschaftlichen Errungenschaften. Wer dem therapeutischen Ehrgeiz verfällt, muß bereit sein, ihm ein Stück Erkenntnismöglichkeit zu opfern. Denken Sie an Personen, die nach Charakter und Motivationen ihres Stellungswechseis