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Die Bernikel-Gans ist ein Wasservogel, der im arktischen Meere vorkommt und im Winter die englische Küste aufsucht. Der Brutplatz dieser Vögel blieb lange unentdeckt und zur Erklärung ihrer Entstehung entstand ein interessanter Mythos. Wie alle Mythen, hat auch dieser eine eigenartige Beziehung zur unbewußten Phantasie. Der Mythos wird seit dem 11. Jahrhundert von zahlreichen Autoren erwähnt und hat verschiedene Formen. Es wurde erzählt, daß der Vogel aus der Frucht eines an der Meeresküste wachsenden Baumes oder auch aus dem Baume selbst durch Ausscheidung einer klebrigen Flüssigkeit („viscous humor“) oder aus einer Muschel, welche auf dem fauligen Holze der Schiffskörper oder sonstwo wächst, entstand.
Im Jahre 1187 berichtet Geraldus Cambrensis folgendes:1 „Es gibt an diesem Orte viele Vögel, Bernacae genannt. Die Natur erzeugt sie in außerordentlicher, man möchte sagen naturwidriger Art … Sie entstehen aus Föhrenholz, welches auf dem Meere treibt, und gleichen zuerst dem Harz. Später hängen sie von ihrem Schnabel herunter, als wären sie am Holze angewachsener Tang, und sind von Muscheln umgeben, um freier wachsen zu können. Sie werden so im Laufe der Zeit mit einem starken Federkleid bedeckt, fallen dann entweder ins Wasser oder fliegen frei weg in die Luft. Sie entnehmen ihre Nahrung und die Säfte ihres Wachstums dem Safte des Holzes oder aus dem Meere auf dem Wege eines geheimen und sehr wundervollen Ernährungsprozesses … Sie brüten nicht und legen auch keine Eier wie die anderen Vögel, auch brüten sie niemals irgendwelche Eier aus und scheinen auch in keinem Winkel der Erde Nester zu bauen. Diesetwegen tragen Bischöfe und fromme Männer in manchen Teilen Irlands kein Bedenken, diese Vögel zur Fastenzeit zu