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Der Ausgangspunkt der folgenden Untersuchungen über die Charakterbildung war ein alltägliches therapeutisches Problem. Es ist in der Psychoanalyse seit langem bekannt, daß der Narzißmus der Kranken, wenn er die Analyse nicht überhaupt unmöglich macht, doch zumindest bei vielen Fällen den analytischen Bemühungen eine Grenze der Beeinflussung setzt. Die Notwendigkeit, sich mit dieser „narzißtischen Schranke“ (Freud) theoretisch auseinanderzusetzen, ihren ökonomischen Sinn, ihre Dynamik und ihre Herkunft zu untersuchen, war also ein Gebot des praktischen Alltags. Dazu kommt die Erfahrung, daß bei einer nicht geringen Anzahl von Fällen die Analyse des Unbewußten und der verdrängten Kindheitserlebnisse dem Anschein nach klaglos verläuft, der Kranke hingegen darauf therapeutisch nicht entsprechend reagiert; man hat in solchen Fällen schließlich den Eindruck, als ob alle analytischen Bemühungen an einem „Panzer“ abprallten, als ob zwischen dem intellektuellen Ich und den Tiefen der Affektpersönlichkeit eine Mauer stünde, gegen die keine noch so korrekte inhaltliche Deutung aufkommt. Besinnt man sich auf den analytischen Grundsatz, daß die erfolgreiche Beeinflussung eines Kranken die theoretische Kenntnis seiner seelischen Dynamik und Ökonomik zur Voraussetzung hat, so wird man zur Auskunft, sein Narzißmus sei eben so stark, daß er nicht beeinflußt werden könne, nicht greifen, sondern sich sagen, daß man ein wesentliches Stück des Aufbaues der Persönlichkeit noch nicht erfaßt, nicht verstanden habe. Als wichtigster Angriffspunkt ergab sich bei der Untersuchung der technischen Schwierigkeiten, daß sich das Ich verschiedener Patienten bei gleichen verdrängten Inhalten