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Jede Impotenz — abgesehen selbstverständlich die durch grobe organische Veränderungen verursachte — ist psychisch bedingt. Wo wir über hormonale Dysfunktion sprechen, bildet diese nur das somatische Entgegenkommen und ist an sich schwer beeinflußbar. Durch psychische Behandlung können sich selbst feminine sekundäre Geschlechtsmerkmale eines Homosexuellen in einem gewissen Maße zurückbilden. Die Störungen des Sexuallebens sind markante Beweise der wechselseitigen Beziehungen, die zwischen der Psyche und der genitalen Sphäre bestehen. Die allgemeine Fragestellung: somatisch oder psychisch ist falsch. Bei jeder Erkrankung sind beide Komponenten wirksam. Aus ökonomischen Gründen muß man selbstredend bei der Behandlung die eine oder die andere bevorzugen. Die psychische Impotenz ist wie jede neurotische Störung nur triebpsychologisch erfaßbar. Die zahlreichen therapeutischen Erfolge beweisen, daß die triebpsychologische resp. psychoanalytische Methodik nicht nur heuristischen, sondern auch praktischen Wert hat. Der Vortragende weist auf die verschiedenen psychotherapeutischen Richtungen hin. Die Persuasion, Suggestion, Reedukation und ähnliche Behandlungen neurotischer Störungen können nur passagère Besserungen erzielen.
Die psychoanalytische Behandlung ist kausal-genetisch, schließt den Kern der Erkrankung auf und erzielt dadurch dauernde Heilung. Einige seelische Mechanismen Freuds werden gestreift, ihre Gesetzmäßigkeit betont, die individuellen Verschiedenheiten gewürdigt. Nach Erfahrungen der Autoren manifestiert sich, allgemein gesprochen, die primäre Angst bei phobisch-neurotischen Zustandsbildern als Erscheinungsform des Kastrationskomplexes. Sekundär