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Daß in einer größeren Sammlung zur gesamten „praktischen Differentialdiagnostik.“ den Psychoneurosen ein eigener Band gewidmet wird, ist jedenfalls erfreulich; eine solche Untersuchung wäre praktisch sehr belangvoll, wenn aus ihr prognostische und therapeutische Konsequenzen gewonnen werden könnten; ich erinnere etwa an die prognostischen Schwierigkeiten der sogenannten „Schizoiden“. Wenn sich aber die Bemühung des Autors darauf beschränkt, den Leser differenzieren zu lehren zwischen Erschöpfungszuständen, Neurasthenie, Organneurosen, Hysterie, traumatischen Neurosen, Zwangsneurosen (deren eine Form die Phobien sein sollen), haltlosen Psychopathen, Migräne und Epilepsie, so scheint mir mit solchem nichtssagenden, von keinem Einteilungsprinzip beherrschten System nichts gewonnen. Das geschieht außerdem auf so oberflächliche, psychologisch so absolut insuffiziente Art, daß ein Praktiker diesem Buche kaum etwas Brauchbares entnehmen könnte.
Zur Psychoanalyse stellt sich der Autor in der nachgerade gewohnten ambivalenten Weise ein. Er rühmt sie lobend, aber indem er als ihr Verdienst preist, „die Welt des Unbewußten oder Minderbewußten“ (sic) erschlossen zu haben; er rühmt die Anerkennung der Bedeutung der Sexualität, tadelt aber den „Pansexualismus“; er bespricht relativ ausführlich ihre Lehre, aber als eine Untersuchungsmethode neben etwa Untersuchung auf körperliche Konstitution, auf Erregbarkeit des vegetativen Nervensystems, neben exaktpsychologischen Methoden und der Klagesschen Charakterlehre, als eine Untersuchungsmethode, die der Praktiker so nebenbei, neben all diesen anderen Methoden anwenden soll, denn es werden auch technische Ratschläge zur Psychoanalyse gelehrt, etwa: „Sorgsame Beachtung aller in der Psychoanalyse gegebenen Gesichtspunkte ohne dogmatische Bindung an ihr System ist überhaupt zu empfehlen.“ … „Manchmal kommt eine Assoziation erst dann in Gang, wenn man dem Patienten eine Probe des Produzierens freier Einfälle gibt. Oder wenn man ihn durch sc