You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Ein zwar sehr schwierig zu lesendes, aber höchst lesenswertes Buch, dessen aufmerksame Lektüre eine Arbeit ist, die sich kein an der Psychoanalyse Interessierter entgehen lassen sollte. Zahlreich sind die Anregungen, die der Psychoanalytiker für seine Praxis, aber auch für seine theoretische Arbeit, besonders im Gebiet von ungeklärten, im Flusse der Forschung befindlichen Problemen erhält. Das Buch ist aber nicht eigentlich für Psychoanalytiker gedacht. Es will ja eine „Einführung“ in die Psychoanalyse geben. Der Autor denkt dabei an einen ganz bestimmten Leserkreis, — der durchschnittlich Gebildete wird sich nur mit größter Mühe durch dieses Buch durchlesen können und sicher lieber eine andere „Einführung“ wählen, — nämlich an psychologisch interessierte praktische Psychotherapeuten, die an die Terminologie und Denkweise der deskriptiven Psychologie gewohnt sind und denen deshalb die psychoanalytische Literatur schwer zugänglich bleibt. Das Buch hat „ausdrücklich nicht die Absicht, der Psychoanalyse neue Tatbestände oder auch nur neue Gesichtspunkte hinzuzufügen“. „Die Ordnung dieses (von Freud gegebenen) Materials dagegen und seine Präparierung für die Übernahme durch die breite Masse derer, die auf Vermittlung dieser Kenntnisse Anspruch haben, ist hinter den übrigen Arbeiten zurückgeblieben …, also vorwiegend eine darstellerische Leistung steht hier in Frage.“ Es wird ausdrücklich betont, daß nur eigene Analyse, Studium von Freud und aktive analytische Arbeit am Patienten über die „Einführung“, die das Buch einzig geben kann, hinausführen. — Und tatsächlich wird es sicher Leser geben, denen der Autor verständlicher sein wird als Freud. Umgekehrt wird der Psychoanalytiker es oft schwer haben, in den Ausführungen des Autors die ihm bekannten Lehren wiederzuerkennen. Das geht so weit, daß z. B. die Ausdrücke „unbewußt“ und „das Unbewußte“ kaum vorkommen, was der Autor in einem eigenen Absatz rechtfertigt: Es sei ihm vor allem daran gelegen, sachliches Verständnis ni