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Ein Sexualarzt, der im Laufe der Jahre viele hunderte Fälle von männlicher Impotenz gesehen hat, bekommt mit der Zeit eine gewisse Erfahrung und wird je nach seiner Einstellung zu gewissen Gesichtspunkten gelangen, die es ihm ermöglichen, den jeweils vorliegenden Fall in eine bestimmte Gruppe einzuordnen, vornehmlich um Anhaltspunkte für die Prognose und für das therapeutische Vorgehen zu gewinnen. Er wird dann, geleitet von diesem vorwiegend praktischen Gesichtspunkte, verschiedene Gruppen von Fällen unterscheiden können, beginnend von den leichtesten, die nur geringfügige Störungen zeigen, bis zu den schwersten, bei denen es sich um ganz ausgesprochene Schädigungen der Arbeits- und Genußfähigkeit handelt. Betrachten wir nun diese Fälle vom Standpunkte des Analytikers, so sind nur diese letzteren, wo die Potenzstörung ein Teilsymptom einer gewöhnlich schweren Neurose darstellt, für die richtige klassische Kur geeignet. Die ersteren sind weder geneigt, sich einer solchen Behandlung zu unterziehen, noch wäre es auch ratsam, sie bei ihnen durchzuführen, wenn sie dazu bereit wären. Ich wenigstens hätte dabei das Gefühl, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Zwischen diesen ganz leichten und den ganz schweren Fällen steht aber eine große Schar von Männern, bei denen es sich schon nach oberflächlicher Fühlungnahme ergibt, daß nicht nur eine Beeinträchtigung der Genußfähigkeit, sondern auch eine Störung in der Struktur der Gesamtpersönlichkeit vorliegt — Männer, die ganz gut wissen, daß etwas bei ihnen nicht klappt und auch intelligent genug sind, ihren Defekt als vorwiegend psychisch zu erkennen, und von diesen wiederum ist es eine Gruppe, die durch Intelligenz und einen gewissen Charme ganz besonders hervortritt, und das ist die Gruppe, mit der sich