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Hárniks Annahme, daß die Angst des Wolfsmannes vor dem „Angeschautwerden“, die nach der Beobachtung des elterlichen Koitus auftrat, in der Analyse bei Professor Freud nicht zutage trat, besteht zu Recht. Dennoch kann ich mich mit Hárniks Einschätzung der Bedeutung dieser Erinnerung nicht einverstanden erklären. Sowohl der Patient, dessen Beobachtungsfähigkeit besonders gut war, als auch ich betrachteten diese Erinnerung als bloße Ergänzung zur großen Masse des Materials, das um die Koitusbeobachtung zentriert war. Das ganze Material der Koitusbeobachtung war bereits seit langem bewußt vorhanden und nichts Neues kam jetzt im Zusammenhang mit der obenerwähnten Erinnerung selbst oder ihrer Deutung zum Vorschein.
Hárnik faßt dieses Symptom und auch das spätere Nasensymptom als Verrat der Onanie auf, die, wie er meint, das Geheimnis par excellence dieses Patienten war. Doch in Wirklichkeit machte der Wolfsmann weder aus seiner Masturbation noch aus seiner Beziehung zu Prostituierten ein besonderes Geheimnis. Erstens war er ein Masochist und daher imstande, sein Schuldgefühl durch seine passiven Phantasien zu neutralisieren; zweitens war er außerordentlich narzißtisch und es fiel ihm schwer, sich irgendeiner Tat zu schämen, der er fähig gewesen wäre.
Unsere Deutung seiner Angst vor dem „ Angeschautwerden“ lautete ungefähr so: Entsprechend seinem Wesen projizierte der Wolfsmann schon in diesem frühen Alter auf die Personen seiner Umgebung den faszinierten Blick, mit dem er selbst den Koitus seiner Eltern beobachtet hatte. Durch einen ähnlichen Projektionsmechanismus entwickelte er dann später seine Beziehungsund Verfolgungsideen. Die Angst vor diesem Blick ist eine Verschiebung der Angst, die aus der Koitusbeobachtung stammt. Während die Erinnerung dieser speziellen Angst der Kinderzeit neu ist, sind sowohl ihre Mechanismen wie ihre Beziehungen und Ursprünge alt.
Es sei daran erinnert, daß der Patient ein Voyeur und Exhibitionist in hohem Grade war. (Beweisend dafür seine Ona