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Soweit der Leser diesem „eigenartigen“ Buche, wie es der Autor selbst nennt (S. 3), einen wesentlichen Gedankengang entnehmen kann, lautet dieser ungefähr folgendermaßen: Die Psychoanalyse sei eine wichtige methodologische Entdeckung. Sie sei aber bis heute unzulänglich geblieben. Sie könnte und sollte „den letzten Schritt zur Freiheit tun“ (S. 8), d. h., es fehlen ihr die Wertsetzungen, „der verlorene Anschluß an ein geistiges Ganzheitsprinzip“ (S. 13); sie sei nicht „in den höchsten Dienst“ „eingespannt“, „in den Dienst am ewigen Leben des Menschen und nicht nur der niedersten Bedürfnisse seiner Leidenschaften“ (S. 16). Diese unklare, aber nach Maylan vornehmste Aufgabe habe sie aus Feigheit vor ihren eigenen Konsequenzen bisher nicht erfüllt. Sie harre eines zukünftigen „Erlösers“, für den sich Maylan selbst zu halten scheint. — Schuld daran aber sei die subjektive Unzulänglichkeit ihres Schöpfers, die „Unerwachsenheit“ Freuds (S. 14). Diese soll durch eine „Analyse“ Freuds bewiesen werden. Diese „Analyse“, die der Autor als „psychologische Ganzheitsschau“ (S. 15) durchführt, bringt ihm die Entdeckung, daß Freud einen Ödipuskomplex habe. Aus Freuds unbewußter Ambivalenz gegenüber seinem Vater folge, daß die Psychoanalyse ein Haßgebilde, ein Rachewerk sei, bestimmt, die Herrschaft der jüdischen Rasse über alle anderen aufzurichten. Erst arische Philosophen, von der Art Nietzsches, vor allem offenbar der Verfasser selbst, werden die Psychoanalyse von der düsteren unbewußten Zielsetzung, die ihr innewohnt, befreien.
Eine einfache Überlegung zeigt, daß eine wissenschaftliche Kritik eines solchen Gedankenganges im Grunde unmöglich ist. Denn die Psychoanalyse ist einerseits Heilmethode, andererseits Naturwissenschaft, aber nichts sonst. Ihre Fortbildung zu einer „Erlösung“ muß ihr als Mißbrauch erscheinen, der Vorwurf, daß solche Fortbildung fehle, als Lob, daß sie ihrer Aufgabe nicht untreu geworden ist. — Aus ihrer wissenschaftlichen Natur folgt aber auch, daß das Kri