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Ich will die psychologischen Bedingungen beschreiben, unter denen einer meiner Patienten einen wichtigen Traum aus seiner Kindheit erinnerte, dessen Zusammenhang mit einem bedeutsamen Kindheitserlebnis eine überzeugende Bestätigung unserer Vorstellungen über die Genese der Kastrationsangst liefert.1 Der Träumer war ein junger Künstler, der an zeitweiliger Impotenz litt. Den Kindheitstraum, der vollständig vergessen worden war, erinnerte er während einer analytischen Behandlungsstunde, in der ein aktueller Traum analysiert wurde. Der rezente Traum, der den Kindheitstraum wieder bewußt machte, hatte folgenden Inhalt:
Ich sehe einen Akrobaten oder Boxer mit einer gelben Weste in der typischen Haltung, die ein Akrobat annehmen würde, um seine körperliche Kraft zu demonstrieren. Seine Beine sind in einer besonderen Weise gespreizt.
Zu „Boxer“ fiel ihm der Gymnastikapparat ein, den er am Vortage zur Übung und Stärkung seiner Muskeln gekauft hatte. Die große Bedeutung, die der Begriff der physischen Kraft für den Patienten hatte, war uns schon in früheren Stunden klar geworden. Der Wunsch, stark zu sein, war ihm ein Ersatz für die fehlende sexuelle Potenz und sollte ihm helfen, über unangenehme Minderwertigkeitsgefühle hinwegzukommen. Die Überschätzung körperlicher Kraft ist besonders häufig bei Patienten, die an Impotenz leiden.
Zu „gelbe Weste“ assoziierte er: Gold und Geld. Geld spielte bei ihm eine ähnliche Rolle, wie physische Kraft, es war ein Ersatz für genitale Potenz und ein Mittel, die durch die Impotenz verursachten Minderwertigkeitsgefühle