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Vor ungefähr drei Jahren hatte ich Gelegenheit, einem ganz typischen Fall von Paranoia als Therapeut zu begegnen. Es erübrigt sich zu sagen, daß ich die Chancen eines Erfolgs nicht für besonders groß hielt, denn die Grundeinstellung der Patientin ließ diese Paranoia nicht als einen für die Analyse geeigneten Fall erscheinen. Als es entgegen meinen Erwartungen zu einer Heilung kam, begann ich zu überlegen, ob nicht ein kleiner Vorfall zu einem Wendepunkt in der Analyse geworden sei. Weitere Überlegungen förderten eine Anzahl bestätigender Tatsachen zutage, denen die Freud sche Parallele zwischen Primitiven und Neurotikern zugrunde lag. Vom Fall selbst will ich nur das unbedingt Notwendige an Einzelheiten wiedergeben.
Meine Beobachtung, die ich als „Fall Rachel-Jane“ bezeichnen will, betrifft eine kräftig gebaute, energische, türkische Jüdin aus den untersten Schichten des Volkes, im Alter von 33 Jahren. Sie hatte einen Amerikaner aus einer altaristokratischen Familie geheiratet und ihren Namen von Rachel in Jane geändert. Sie war in guten Verhältnissen und hatte einen sechs Jahre alten Buben, den sie ständig als „mein kleiner Bub“ bezeichnete.
Sie war das vierte von zehn Kindern, unter denen nur drei männliche waren. Eines dieser drei war früh gestorben. Ihr Erscheinen war unerwünscht, weil man einen Knaben erhofft hatte und weil es hieß, daß sie der Familie Unglück gebracht habe, da ihr Vater nach ihrer Ankunft sich und die Familie zu vernachlässigen begann. Die Patientin selbst schildert die Mutter als einen Menschen von ungewöhnlicher Fähigkeit und Strenge, sagte von ihr, „sie habe einen Gang wie ein Soldat“, nannte sie: „den Mann in der Familie“. Ihre Mutter war Pflegerin und Hebamme. Obwohl ihr der Vater in der Kindheit gleichgültig war, bewunderte sie ihn doch