You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die narzißtische Identifizierung, die Ersetzung eines aufgegebenen Liebesobjektes durch eine Veränderung des eigenen Ichs im Sinne der Angleichung an dieses Objekt, ist uns als ein Vorgang bekannt, der in der Entwicklung der manisch-depressiven Erkrankungsformen von Bedeutung ist.1 Aber auch in der normalen und neurotischen Charakterbildung spielen Vorgänge dieser Art eine bedeutsame Rolle.2 Weil diese Mechanismen wegen ihrer Differenziertheit immer noch zahlreiche ungelöste Probleme bieten, rechtfertigt sich der Versuch, sie am Material einer Kinderanalyse von einigen Seiten zu beleuchten.
Es handelt sich um einen zu Beginn der Analyse sechseinhalbjährigen Knaben, der neben verschiedenen Symptomen und Hemmungen — Phobien, konversionshysterischen Symptomen, Tics, Eßstörungen, Lernhemmungen — einen problematischen Charakter ausgebildet hatte. Er war in ständiger motorischer Unruhe, hatte häufige Wutanfälle, alles erregte ihn und nichts freute ihn wirklich. Auffällig war die Abhängigkeit seiner Sprechweise von der seiner Mutter. Seine laute, hohe, überschriene Stimme klang wie von der Mutter übernommen, sein anhaltendes gedankenflüchtiges Reden