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Eine Dame von durchaus normalem Benehmen reist mit ihrem erwachsenen Sohn in dessen Auto nach England. Auf dem Schiff, das den Verkehr zwischen Frankreich und England vermittelt, hat der Sohn irrtümlich ein Billet zu viel genommen, hat sich aber aus Eitelkeit, wie sie bei jungen Menschen häufig ist, bei der Ankunft in England nicht getraut, die zuviel gezahlte Summe zurückzuverlangen. Die Mutter, obwohl sie im allgemeinen eher verschwenderisch ist, bedauert diese überflüssige Ausgabe, sagt aber nichts, um ihren Sohn nicht zu ärgern.
Im Hotel des ersten Ortes, in dem die beiden Reisenden Nachtstation machen, findet sich auf dem Waschtisch der Mutter ein schönes Stück ganz neuer, grüner Seife. Während sie sich damit die Hände wäscht, denkt sie: „Dieses Stück Seife werde ich morgen mitnehmen. Das wird ein wenig den Verlust durch das zuviel gezahlte Billet ausgleichen.“ Und am nächsten Morgen läßt sie wirklich die ganz feuchte, grüne Seife, nachdem sie sie zu ihrem Bad benützt hat, mit einem köstlichen Gefühl des Besitzergreifens in ihre Schwammtasche gleiten.
In der zweiten Nachtstation, in einer anderen Stadt und einem anderen Hotel, befindet sich auf dem Waschtisch wieder ein neues Stück Seife — wie es in den englischen Hotels üblich ist. „Wieviel Seifenstücke werde ich am Ende der Reise haben?“ denkt die Dame, „um mich für das zuviel gezahlte Billet schadlos zu halten?“ Aber diese Seife ist klein, viereckig und weiß, weniger verlockend als die große grüne Seife vom Abend vorher. Trotzdem steckt die Dame sie am nächsten Morgen in ihren Schwammsack, fühlt sich aber, ehe sie ihr Gepäck schließt, veranlaßt, zu ihrem Sohn zu sagen: „Wirst du nicht die kleine violette Seife mitnehmen, die in deinem Zimmer ist? Ich nehme die Seifen aus den englischen Hotels, wo man sie einem hinlegt, mit; ich sammle sie.“ „Nein,“ antwortet der Sohn, halbernst, halblachend, „denn das wäre Diebstahl.“ Darüber entspinnt sich eine Debatte,