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Im Libretto der Oper „Das Zauberwort“ von Ravel und in der Geschichte von der Inspiration einer Malerin, die Karin Michaelis in einem Artikel mitteilte, sieht Melanie Klein Bestätigungen für die Existenz des von ihr nachgewiesenen infantilen Triebzieles, den Mutterleib anzugreifen und den darin vermuteten Penis des Vaters zu rauben. Wie in ihren diesbezüglichen klinischen Arbeiten gelingt es auch hier M. Klein, plausibel zu machen, daß der phallische Ödipuskomplex eine prägenitale Vorgeschichte hat und daß die Objekttriebe der prägenitalen Zeit auf Aggression und „Partialeinverleibung“ gehen. Für die Berechtigung der von ihr bevorzugten Terminologie, die Ausdrücke höherer Libidoorganisationen, wie „Penis des Vaters“, verwendet, kann sie nicht mit gleicher Überzeugung einnehmen, zumal ihre Deutungen zum Teil einen willkürlichen, nicht überzeugenden Charakter haben. Wenn M. Klein sich zu zeigen bemüht, daß die Ängste vor Kastration und vor Liebesverlust einen gemeinsamen Vorläufer haben, eine Urangst, die die Vergeltung, die von dem im Mutterleib attackierten väterlichen Penis ausgehen könnte, zum Inhalt hat, so würden wir es vorziehen, das, was uns davon richtig erscheint, folgendermaßen zu formulieren: Vor der phallischen Kastrationsangst gab es schon prägenitale Angstinhalte, auf deren Basis diese sich erst aufbaut. (Angst, gefressen zu werden, den Kot zu verlieren, total vernichtet zu werden.) Sie dienen später dazu, regressiv die Kastrationsvorstellung wieder zu verdecken. Die schwere Aufgabe, zu erkennen, was von einer Mischbildung phallischer und prägenitaler Vorstellungen regressiver Natur ist, und was als durch die Vorgeschichte determinierte „Tönung“ Ödipuskomplex und Kastrationsangst bereits bei ihrem ersten Auftreten prägenitale Färbung verlieh, ist auch von M. Klein nicht gelöst worden.
Fenichel (Berlin)