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Meine Damen und Herren!
Da Sie in so freundlich großer Zahl unserer Einladung zur zweiten Tagung der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft, die an alle tiefer an der Psychoanalyse Interessierten erging, gefolgt sind, darf ich annehmen, daß Ihnen das Allgemeine und Wesentliche an der Leistung Sigmund Freuds für die Medizin und darüber hinaus für die Kultur der Gegenwart bekannt ist, und ich erlaube mir daher, in meinen kurzen einleitenden Worten nur die Frage aufzuwerfen, woran es wohl liegen möge, daß das Charakter- und Wertbild der Psychoanalyse nun trotz des wirklich ungeheuren Interesses, das sie erregt hat und in wachsendem Maße auch weiter erregt, so außerordentlich noch in der Geschichte unserer Zeit zu schwanken scheint. Aber, möchte ich sofort fragen, schwankt denn dieses Bild der Psychoanalyse wirklich so sehr, oder ist nur der Teil unserer geistigen Welt so sehr bewegt, in den die Psychoanalyse eingetreten, in dem sie sich entwickelt hat, und an dessen eigener Entwicklung sie selbst repräsentativ und wirkend in so hervorragendstem Maße beteiligt ist? Ich glaube, daß letzteres die eigentliche Sachlage ist, und um das aufzuzeigen, müßte man das Bild der geistigen Lage der Gegenwart aufrollen, wenigstens jener Provinzen, in denen der Mensch, die kreatürliche Person, seelisch