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Ein Blick in die jüngste psychoanalytische Literatur zeigt, was schon lange klar, daß die Beziehungen der Psychoanalyse zur Medizin auch gegenwärtig nicht sehr im Vordergrunde stehen. Metapsychologische, religionswissenschaftliche, ethnologische, soziologische und biographische Probleme beanspruchen zurzeit das Hauptinteresse der Analytiker. Die von Freud (in seiner „Selbstdarstellung“) etwas ironisch charakterisierte analytische „Pénétration pacifique“ der Medizin ist offenbar nicht soweit gediehen, daß sich fruchtbare Anknüpfungspunkte zwischen den beiden Forschungsgebieten ergäben. — Dennoch vereinen sich in uns gewisse analytisch-medizinische Interessen, da der ärztliche Analytiker mit medizinischen Problemen vielfach in eine Berührung kommt, die es angezeigt erscheinen läßt, an einem Ausschnitt aus der psychoanalytischen Neurosenlehre auf sie einzugehen.
Ich wähle dazu das Krankheitsbild der Angstneurose; gehört sie doch zu denjenigen Störungen, deren weitere Erforschung nach Freud1 der Analyse „keine Angriffspunkte“ bietet und „Aufgabe der biologischmedizinischen Forschung“ sein soll. Diese 1917 zum Ausdruck gebrachte Resignation Freuds hat aber offenbar nicht völlig recht behalten. Wenigstens das Problem der Angst finden wir von Freud bis zu seiner letzten Schrift verfolgt2 und in wichtigen Wandlungen begriffen; und in dem 1926 erschienenen Buche von Freud über „Hemmung, Symptom