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Steinach berichtet über neuartige Versuche, die er unter teilweiser Mitwirkung von H. Kun ausgeführt hat.
Im Jahre 1910 hatte Steinach einwandfrei nachgewiesen, daß es bei verschiedenen Tieren gelingt, durch Keimdrüsentransplantation eine weitgehende Veränderung der sekundären Geschlechtsmerkmale und auch des sexuellen Verhaltens der Tiere zu erreichen. Kastrierte Frösche wurden durch die Transplantation von Hodensubstanz eines brünstigen Männchens derartig beeinflußt, daß sie sich hinsichtlich des Umklammerungsreflexes wie normale brünstige Männchen verhielten. Das gleiche Resultat konnte auch erzielt werden, wenn man den Tieren Injektionen von Gehirn-, respektive Rückenmarksubstanz verabreichte.
Auch die neuen Versuche wurden zum größten Teil an Fröschen ausgeführt. Steinach behandelte die Tiere in der Weise vor, daß er ihnen Hirnpreßsaft oder Hirnextrakt in den Rückenlymphsack injizierte. Die Kontrolltiere wurden zum Teil unbehandelt gelassen, zum Teil wurde ihnen das gleiche Quantum indifferenter Lösungen injiziert.
St. untersuchte nach dieser Vorbehandlung die Reflexerregbarkeit der Tiere und zwar nach vorangehender Dekaptivierung. Er prüfte den sogenannten Wischreflex. Bringt man die Pfote eines dekaptivierten Frosches in eine verdünnte Essigsäurelösung, so zieht er die Pfote reflektorisch zurück. St. prüfte den Grad der Reflexerregbarkeit in der Weise, daß er sich eine Verdünnungsskala von Essigsäurelösungen herstellte und untersuchte, bei welcher Verdünnung noch eine reflektorische Bewegung der Pfote auftrat. St. konnte beobachten, daß die mit Hirnpreßsaft oder Hirnextrakt vorbehandelten Tiere eine größere Reflexerregbarkeit aufwiesen als die Kontrolltiere. Als Ausgangsmaterial wurde Hirnsubstanz verschiedener Tiere verwendet und es zeigte sich, daß alle versuchten Hirngattungen eine Reflexerregbarkeitserhöhung hervorrufen, daß also die Wirkung nicht artspezifisch ist.
Eine weitere Versuchsanordnung wurde in der Weise angestellt, daß St. untersuchte, wie viele F