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Die Arbeit beschreibt einen technischen Kunstgriff, um störrische und unzugängliche Kinder für die analytische oder analytisch-pädagogische Arbeit zu gewinnen. Die Fürsorgerin Julia Goldman, die Oberndorf als Erfinderin des Kunstgriffes nennt, pflegt bei der Behandlung unzugänglicher Asozialer die Situation zwischen Kind und Erzieher gleichsam umzukehren, indem sie sich schwach und hilfsbedürftig, z. B. krank, stellt, also nicht mehr helfende Mutter, sondern hilfsbedürftiges Kind spielt. Daraufhin benimmt sich das Kind als Mutter, projiziert in die kindspielende Erzieherin seine eigenen Tendenzen und verrät sich, indem es die eigenen Motive der Erzieherin zuschiebt. Später stellte sich heraus, daß zur Erreichung solchen Erfolges nicht nötig sei, sich krank zu stellen; es genügt, zu sagen, man sei müde, sich passiv auf ein Sofa zu legen und alles übrige der Initiative des Kindes zu überlassen. — Ähnliche kleine Kunstgriffe sind in Kinderanalysen sicher schon wiederholt angewendet worden und es ist ein Verdienst Oberndorfs, sie ausdrücklich als solche beschrieben zu haben.
Fenichel (Berlin)