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Die folgenden Ausführungen der am 30. Dezember 1930 uns plötzlich und unerwartet durch den Tod entrissenen Verfasserin enthalten bedeutsame Aufstellungen über „eine libidinöse Besetzung der Vagina in der infantilen Genitalperiode“, und zwar gerade auch bei später frigiden und klitorisbetonten Frauen. Die Mitteilung — die die Autorin am 10. November 1925 in der „Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft“ vortrug — ist gleichsam ein gedrängtes Exposé zu dem Hauptthema eines umfangreichen hinterlassenen Werkes über „die Erforschung der infantilen Weiblichkeit aus Erkrankungen von narzißtischen Personen“, um dessen Veröffentlichung der Unterzeichnete bemüht sein wird. In diesem Werk finden wir in extenso sowohl dasjenige klinische Material, auf dem die folgenden Ausführungen fußten, als auch das Material der letzten fünf Jahre, durch das sie weitergehende gründliche Bestätigung erfahren.
Ein Vortrag von Frau Horney in der Berliner Ortsgruppe, genannt „Weibliche Gedanken über den Männlichkeitskomplex der Frau“ (31. Oktober 1925), der unter der Überschrift „Flucht aus der Weiblichkeit“ in der Zeitschrift erscheinen soll,1 gibt mir den Anlaß, auf Vermutungen darüber hinzuweisen, daß libidinöse Besetzung der Vaginain der infantilen Genitalperiode häufiger vorkommt, als man bisher annahm, und daß der Vagina dabei weit mehr Bedeutung zukommt als einer beliebigen anderen erogenen Zone. Dies gerade bei solchen Fällen, die sich später als frigide im Geschlechtsverkehr, klitorisbetont und mit starkem Kastrationskomplex und männlichen Wesenszügen behaftet erweisen. Der Beitrag will sich nur mit dem Verhältnis der Libidobesetzung der beiden weiblichen Genitalorgane beschäftigen, mit dem Vorstellungsleben nur insofern, als aus dieser Quelle eine Bevorzugung der Klitorislust vor der vaginalen verstanden