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Jeder Analytiker hat wohl schon erlebt, daß ein Patient plötzlich in der Wiedergabe seines Assoziationsablaufes mit der Begründung halt macht, der abgebrochene Gedankengang oder ein Traum eigne sich nicht zur Wiedergabe in Worten; häufig fügt er hinzu, daß sich für sein Gefühl dieses Bild nur durch eine Zeichnung, ein Aquarell oder gar eine Plastik — ausdrücken ließe, oder er bringt ein solches Produkt gleich in die Stunde mit.
Man läßt dann den Patienten in der Regel gewähren, versucht des Sinnes habhaft zu werden, der sich in dem Produkt äußert, und deutet es schließlich wie einen Einfall. Oft bringt schon die Art des gewählten Ausdrucksmaterials eine Einsicht. Z. B. werden wir leicht geneigt sein, mitgebrachte Malereien als „Ausdruck“ analer Tendenzen zu werten, zumal wenn uns der Kranke versichert, daß seine Malerei „nur ein Geschmier“ sei. Ferner werden wir uns veranlaßt finden, zu untersuchen, warum gerade eine Äußerung den Weg über dieses oder jenes Material sucht, statt sich der gewohnten und meist deutlicheren Worte zu bedienen. Im Momente des Ausweichens, der Flucht in ein anderes, die Verständigung erschwerendes Material, geht ein deutlicher Unterton des Widerstandes mit, den der Patient durch das mitgebrachte „Geschenk“ seines Fleißes nur schlecht zu verschleiern vermag. Immerhin: wir lassen uns führen und werden meist für unsere Geduld belohnt. Die mehr oder weniger künstlerische Produktion öffnet den Weg zu tieferen Schichten, legt uns gerade das bloß, was sie unbewußt verbergen sollte, und wir können uns zufriedengeben.
Eine 30jährige Patientin war mir von einem Chirurgen überwiesen worden, der sie wegen schwerster Darmstörungen operiert hatte. Sie war lange Zeit arbeitsunfähig gewesen. Zu Anfang standen durchaus schwerste hysterische Symptome im Vordergrund, bald durchsetzt mit Zwangserscheinungen und ans Psychotische grenzenden Erregungs- und Depressionszuständen. — Die Behandlung verlief sehr stürmisch, oft dramatisch, mit Heulszenen, Suizidversuchen