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Eine existential-analytische Untersuchung der Schizophrenie hat die Aufgabe, „… die seelische Struktur des Schizophrenen als Weise eines veränderten In-der-Welt-Seins (Heidegger) zu erfassen.“ Dabei ergibt sich das Problem, in welchem Sinne der psychisch Kranke noch eine Welt hat. Storch versucht charakteristische Züge der Weltveränderung der Schizophrenen durch Vergleich mit der Welt der Primitiven deutlicher zu machen. Die Analogien ergeben sich aus dem Vorherrschen des magisch-animistischen Lebensgefühls und einer solchen Denkweise bei den Schizophrenen. Der elementare Ausdruckscharakter alles Erscheinenden, das Zusammenfallen von Name und Person, Bild und Abgebildetem, die ungeheure Tendenz zu Identifizierung, die zum Fallen der Ichschranke führt, sind nach Storch die gemeinsamen Züge bei den Primitiven und bei den Schizophrenen. Die Verschiedenheiten zeigen sich, wenn man die Welten als Ganzes vergleicht, sie liegen vor allem im Sozialen. Das Magische ist bei den Primitiven eine soziale Wirklichkeit, die er mit den andern teilt. Während der Schizophrene in einer nur für ihn allein bedeutsamen „neuen“ Welt lebt. Der Primitive bleibt in der Geborgenheit des Miteinander, dem Schizophrenen erschließt sich die neue Welt im Untergang seiner bisherigen Welt.
Damit sind die Unterschiede freilich noch nicht erschöpft. Storch betont auch, daß ein solcher entwicklungspsychologischer Gesichtspunkt nur vorsichtig und stets im Bewußtsein, daß es sich um Analogien handelt, angewendet werden kann. Jene tiefen Veränderungen, die durch den Krankheitsprozeß die ganze Existenz der Schizophrenen verwandeln, charakterisiert Storch dahin: „Es ist die traumartig schwebende Daseinsweise eines aus der vertrauten Welt ins Bodenlose herausgestoßenen Menschen, der kein Zuhause mehr hat, nicht im Miteinander und nicht im In-sich-selbst-Sein, und der die Vernichtung seiner historischen Existenz als Vernichtung seines Lebenssinnes, als Weltuntergang, erlebt.