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Diese subtile Studie von Binswanger versucht den Ort des Traumes innerhalb der Existenz aufzuzeigen. Traum ist nach ihm eine bestimmte Art des Menschseins. Der träumende Mensch „… lebt ganz und gar in seiner eigenen Welt, und das ganz allein heißt, psychologisch gesprochen, träumen, ob wir dabei physiologisch schlafen oder wachen.“ Träumen ist ein Verhalten, das keineswegs nur im Schlafzustand realisiert werden kann. Den Träumen ist das Eingesponnensein in nur dem Ich zugängliche Gefühle, das Aufgehen in Bilder, mit einem Wort das Überwiegen der psychischen Realität auf Kosten der objektiven, also gemeinsamen, einer Gemeinschaft erfahrbaren Welt. Ein solches Verhalten aber kommt nicht nur im Traum vor, sondern ist auch in der Neurose, erst recht in der Psychose zu finden. Deshalb sagt Binswanger: „… in jeder ernsten seelischen Behandlung, z. B. und zumeist gerade in der Psychoanalyse, kommen Augenblicke, wo der Mensch sich entscheiden muß, ob er seine Privatmeinung, seine ‚Privattheater‘, wie eine Kranke sagte, seinen Übermut, Stolz und Trotz behalten will, oder ob er an der Hand des Arztes als des wissenden Mittlers zwischen Eigenwelt und gemeinsamer Welt, zwischen Täuschung und Wahrheit, aus seinem Traum erwachen und teilnehmen will an dem Leben der Allgemeinheit …“
Eine weitere existentielle Eigenart des Traumes zeigt sich, wenn die Ichgegebenheit, die Weise, wie das Ich im Traum lebt, in den Blick gefaßt wird. Im Traum geschieht etwas mit dem Ich, und es weiß nicht, wie und was ihm geschieht. Träumen heißt auch: ich weiß nicht, wie mir geschieht. In dem „Ich“ und „Mir“ kommt zwar der einzelne zum Vorschein, aber keineswegs als derjenige, der den Traum macht, sondern als der, dem er „er weiß nicht wie“ geschieht. „… aus dem Träumer (wird) ein Wacher in dem unergründlichen Augenblick, wo er sich entscheidet, nicht nur wissen zu wollen, wie ihm geschieht, sondern auch ‚selber‘ einzugreifen in die Bewegung des Geschehens, wo er sich entschließt, in das bald steigende