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Es gibt Patienten, die bereits zu Beginn der Analyse zur Einsicht kommen, daß sie das, was sie bisher waren, aufgeben müssen, um gesund zu werden; sie fühlen, daß der durch Erziehungszwänge und Automatismen aufgebaute Mensch nicht ihrem wahren Wesen entspricht. Trotz dieses manifesten Wunsches nach Neugestaltung machen wir in der Analyse die Erfahrung, daß der Patient in seinem Verhalten zum Analytiker genau sein Verhalten gegenüber seinen Erziehern wiederholt; der Wunsch, ein anderer Mensch zu werden, bedeutet noch nicht die Fähigkeit, ein anderer Mensch zu sein. Die unter dem Druck der Erziehung verlorengegangene Fähigkeit, seine eigenen Wünsche zu erkennen, bewirkt, daß der Patient von dem Analytiker erwartet, daß er ihm die neuen Richtlinien für seine Lebensführung angebe, so wie es die Erzieher seinerzeit getan haben. Diese Unselbständigkeit äußert sich in der Übertragungssituation zunächst darin, daß der Patient ungeachtet unserer Bemühungen, ihn erleben zu lassen, was er selbst will, sich dennoch so benimmt, als ob er überhaupt keine Wünsche hätte. Er hat eben nicht die Fähigkeit, etwas zu wollen, sondern erwartet ganz passiv die Wiedergeburt seiner Persönlichkeit. Das „Garnichts-Wollen“ des Patienten hat eine wichtige Bedeutung vom Gesichtspunkte des Widerstandes. Im Verlaufe der Analyse zeigt sich, daß der Patient mit dieser Einstellung auf die äußeren Verbote und den Zwang, seine Triebe zu verdrängen, reagiert. Es herrscht hier das „Alles oder Nichts“-Gesetz, — es scheint einfacher, die Triebwünsche vollkommen zu verdrängen, als andauernd bewußt zu verurteilen. Augenscheinlich ist die Zensur eine der schwersten Belastungen der Seele. Der Mensch möchte eigentlich wunschlos sein, denn das wahre Glück ist jener Zustand, wo einem nichts fehlt; dieser Zustand wird aber nur in der intrauterinen Situation oder noch in den Momenten des Orgasmus zur Wirklichkeit. Mit dem extrauterinen Leben beginnt die Entbehrung, die Anpassung und