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Vortrag auf dem XI. internationalen psychoanalytischen Kongreß in Oxford, Juli 1929
Meine Damen und Herren,
Sie wissen alle, wie komplex die Probleme sind, vor die wir uns bei der Behandlung gewisser Fälle gestellt sehen. Sie wissen auch, wie oft wir versucht sind, den Graben, der Theorie und Praxis so häufig von einander scheidet, mit eiligen Improvisationen auszufüllen. Freud hat diese Probleme auf dem V. internationalen psychoanalytischen Kongreß in Budapest folgendermaßen formuliert: „Sollen wir es dem Kranken überlassen, allein mit den ihm aufgezeigten Widerständen fertig zu werden? Können wir ihm dabei keine andere Hilfe leisten, als er durch den Antrieb der Übertragung erfährt? Liegt es nicht vielmehr sehr nahe, ihm auch dadurch zu helfen, daß wir ihn in jene psychische Situation versetzen, welche für die erwünschte Erledigung des Konfliktes die günstigste ist? Seine Leistung ist doch auch abhängig von einer Anzahl von äußerlich konstellierenden Umständen. Sollen wir uns bedenken, diese Konstellation durch unser Eingreifen in geeigneter Weise zu verändern?“ Freud antwortet darauf: „Ich meine, eine solche Aktivität des analytisch behandelnden Arztes ist einwandfrei und durchaus gerechtfertigt.“1 Sie wissen, zu welchen Debatten über die aktive und passive Technik der psychoanalytischen Behandlung diese Betrachtungen geführt haben. Sie wissen, wie Ferenczi im Laufe dieser Diskussionen großmütig versucht hat, uns von seinen persönlichen Erfahrungen profitieren zu lassen. Sie wissen ferner, daß Rank für gewisse Behandlungsschwierigkeiten einige radikale Lösungen vorgeschlagen hat, die auf seiner großzügigen Theorie des Geburtstraumas fußen, von der wir heute sagen dürfen, daß sie zu übertriebenen Verallgemeinerungen Anlaß