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Einer in Wien aufgeführten Oper Ravels liegt ein psychologisch interessanter Stoff zugrunde. Bevor ich eine Deutung des Materials, das mir dieser Stoff zu enthalten scheint, versuche, muß ich einige Ergebnisse, die ich in meinen letzten Arbeiten vertreten habe, kurz wiederholen.
Ich habe eine frühe Entwicklungsphase der Libido beschrieben, deren Inhalt der mit allen Mitteln des Sadismus phantasierte Angriff auf den Mutterleib ist. Diese Phase wird durch die oral-sadistischen Triebregungen eingeleitet, findet mit dem Abklingen der früheren analen Stufe ihren Abschluß und ist zugleich das Entwicklungsstadium, in dem die Ödipusstrebungen einsetzen. Der Ödipuskonflikt beginnt demnach unter der vollen Herrschaft des Sadismus. Meine Annahme, daß die Über-Ich-Bildung sich dicht dem Beginn der Ödipusstrebungen anschließt, daß also schon das Ich so früh unter den Druck des Über-Ichs gerät, scheint mir auch das Problem zu erklären, warum dieser Druck ein so überwältigender ist. Der mit allen Mitteln des Sadismus unternommene Angriff auf die Objekte löst, wenn diese Objekte introjiziert werden, die Angst vor dem analogen Angriff der äußeren und der verinnerlichten Objekte aus.
Ich meine, von diesen Annahmen aus eine Brücke zu Ergebnissen herstellen zu können, zu denen Freud in „Hemmung, Symptom und Angst“ kam, nämlich zu seiner Auffassung einer frühinfantilen Angst- oder Gefahrsituation.2 Freud nimmt an, daß im Verlaufe der Entwicklung