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Die Augustnummer der „Süddeutschen Monatshefte“ ist unter dem Titel „Gegen Psychoanalyse“ mit Beiträgen von sieben mehr oder weniger bekannten Gegnern der Psychoanalyse erschienen. Ein von der nicht genannten Schriftleitung verfaßter Vorspruch verkündet, daß gegen die Grenzüberschreitungen, welche sich die Psychoanalyse habe zuschulden kommen lassen, Einspruch erhoben werden soll; die Psychoanalyse sei selbst eine Neurose: sie baue sich auf der „Verdrängung der absoluten Werte“ auf. Von vorneherein versichert man uns, daß „kein Verständiger die „ungeheure Bedeutung der Sexualität im organischen und im geistigen Leben leugnen wird“, und daß man die Psychoanalyse innerhalb eines „genau umgrenzten Gebietes gelten lassen will. Auf diesen Tenor sind die Aufsätze auch wirklich abgestimmt; aber die Autoren verraten immer wieder, daß sie es mit diesem Zugeständnis nicht ernst meinen. Es hat nur die Funktion, sie des kritischen Eingehens auf die wesentlichen Thesen der Psychoanalyse zu entheben und ihnen die Möglichkeit zu verschaffen, den Angriff mehr „im ganzen“ zu führen. Man kann das nur bedauern; denn es hätte zweifellos weit mehr interessiert, zu erfahren, was die Herren Kritiker „im einzelnen gegen die Psychoanalyse vorzubringen gewußt hätten — dies um so mehr, als sie in ihrer grundsätzlichen Ablehnung keineswegs eine gemeinsame Position bewußt und konsequent vertreten. Das programmatische „wir der Schriftleitung ist eine Vorspiegelung.
A. E. Hoche will über „Die psychoanalytische Bewegung im Rahmen der Geistesgeschichte schreiben. Er kommt jedoch über den Versuch, die Publikumswirkung der Psychoanalyse plausibel zu machen, nicht hinaus. Er betont zwar gleich zu Anfang mit aller wünschenswerten Deutlichkeit, daß er unter “Psychoanalyse nur „Freuds Originallehre verstehen will; aber wenn er zum Schluß den Aufstieg der Psychoanalyse damit erklärt, daß sie der „Sehnsucht nach gefühlsmäßig befriedigenden Einsichten“ und dem „Bedürfnis, schmerzlich empfundene Lücken des Wi