You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die theoretische Unterweisung in psychoanalytischer Technik, die den praktischen Unterricht der „Kontrollanalysen“ ergänzen soll, ist nicht leicht. Ihre Schwierigkeit liegt darin begründet, daß die analytische Technik nicht — wie etwa eine Laboratoriumstechnik — in ganz bestimmten auswendig zu lernenden Maßnahmen besteht, sondern in der „elastischen“ (Ferenczi) Anwendung einiger weniger prinzipieller Gesichtspunkte auf die jeweilige Situation. Diese Prinzipien müssen so sehr in Fleisch und Blut übergegangen sein, daß sie sich in jedem Augenblick in anderer, gerade diesem einen Augenblick angepaßter, nicht voraussehbarer und daher nicht erlernbarer Form konkretisieren. Deshalb kann man eine solche Unterweisung nur auf zweierlei Art geben. Entweder man beschränkt sich auf die Lehre dieser Prinzipien und ihrer Anwendung in den häufigsten typischen Situationen, wie z. B. der Analyseneröffnung; diesen Weg gehen die technischen Arbeiten von Freud, die aber auch schon nicht umhin können, zu betonen, daß die beschriebene Art des Vorgehens im einzelnen subjektiv bestimmt sei, und daß ein anderer es auch anders machen könne. Oder man bringt mehr, erörtert breit die Anwendung und „Elastizität“, gibt einen Einblick in die subjektive Art, in der man selbst arbeitet, um damit dem Schüler die Möglichkeit zu geben, seine eigene zu finden. Das ist der dankenswerte Weg, den Miß Sharpe einschlägt, immer betonend, daß die gelehrte Technik Beispiel ist und nicht im einzelnen nachzuahmendes Vorbild, daß die richtige analytische Technik Kunst ist, und zwar Kunst der Einfühlung, die nicht durch reicheres Wissen, sondern durch tiefere eigene Analyse